Die Theoretischen Grundlagen

ÖKOLOGISCHE NACHHALTIGKEIT UND KOGNITIVE NACHHALTIGKEIT

Die Entwurfsstrategien zur Schaffung eines Nullenergiehauses (net Zero Energy Building – nZEB) haben hauptsächlich die Suche nach effizienten und umweltfreundlichen Materialien und Prozessen zum Ziel. Allzu oft übersieht die nZEB-Forschung, die für ihre Bemühungen um ökologische Nachhaltigkeit lobenswert ist, allzu oft die nicht minder wichtige „kognitive“ Nachhaltigkeit, d.h. wie sehr das Gebäude positive Wahrnehmungen, Aufmerksamkeit, emotional-affektive Reaktionen und Stimmungen fördert. Diese Lücke entsteht durch das häufig mangelnde Wissen von Architekten und Designern über regenerative Umgebungen und deren positive Auswirkungen auf unsere kognitiven Prozesse.

Eines unserer Ziele war es, die kognitive Nachhaltigkeit von Biosphera Equilibrium zu entwickeln und es zum perfekten Ort für die Regeneration von Körper und Geist zu machen.

VON DER BIOPHILIE BIS ZUR WAHRNEHMUNG DER REGENERATION

Der Ausgangspunkt, um das Gleichgewicht von Biosphera Equilibrium zu einem regenerativen Umfeld zu machen, ist die Biophilie, d.h unsere „Liebe zum Leben“ und zu allem was dazu gehört. Die Biophilie hat in der Evolutionsgeschichte der Gattung Homo eine stratifizierte phylogenetische Wurzel. Die Biophilie aktiviert die spontane unwillkürliche Aufmerksamkeit und regeneriert somit unsere kognitiven Prozesse, indem die direkte willkürliche und stressbedingte Aufmerksamkeit zur Ruhe gebracht wird. Aus diesem Grund empfinden wir, wenn wir in die Natur eintauchen, ein Gefühl des Wohlbefindens, das dem entspricht, was die Wissenschaft die Wahrnehmung der Regeneration nennt.

DAS HAUS, DAS UNSEREN GEIST REGENERIERT

Die Biophilie orientiert die Präferenz für ein Umfeld, indem sie uns seinen regenerativen Wert, d.h. das, was für uns kognitiv nachhaltig ist, sofort wahrnehmen lässt. Je mehr eine bebaute Umwelt die biophile Verbindung zwischen Mensch und Natur respektiert und die für die natürliche Umgebung typischen Formen, Farben und Muster reproduziert, desto mehr wird sie als regenerativ wahrgenommen. Das ist das Ziel von Biophilic Design und RED Italy: Biosphera 3.0 zu einem regenerativen, d.h. kognitiv nachhaltigen, Umfeld für ihre Bewohner zu machen.

In Biosphera equilibrium

INDIKATOR DER BIOPHILEN QUALITÄT (BQI)

Um Biosphera Equilibrium zu einem regenerativen Umfeld zu machen, haben wir den Indikator der biophilen Qualität verwendet (Biophilic Quality Index, BQI). Das BQI, das 2017 von Rita Berto und Giuseppe Barbiero konzipiert und entwickelt wurde, ist das erste quantitative Bewertungsinstrument, das es im Bereich des biophilen Designs ermöglicht, die regenerative Qualität einer Umgebung objektiv zu definieren.

DER BQI: WOHER KOMMT ER UND WAS MISST ER

Das BQI ist inspiriert von der Hypothese der Biophilie von Edward O. Wilson und Stephen Kellert und von den zahlreichen Forschungen auf dem Gebiet der regenerativen Umgebungen, die von der Theorie der Regeneration der Aufmerksamkeit von Stephen Kaplan und der Theorie der Erholung vom Stress von Roger Ulrich ausgehen.Das BQI ermöglicht es zu beurteilen, wie sehr ein Gebäude: 1) die Mensch-Natur Beziehung respektiert; 2) positive kognitive Prozesse (Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, emotional-affektive Reaktionen, Stimmung) unterstützt und fördert. Zu diesem Zweck bewertet das BQI den Grad der Trennung der Umwelt von „negativen“ Ablenkungen, den Grad der Umweltstimulation, die Kohärenz und Komplexität der Räume, die Umweltfunktionalität, die Möglichkeit des visuellen Kontakts mit der Natur und das Vorhandensein biomorpher Formen und Strukturen. Dieses Instrument besteht aus fünf verschiedenen Abschnitten, mit denen Sie das Gebäude in seinem Kontext und jeden einzelnen Raum innerhalb des Gebäudes bewerten können. Jeder Abschnitt enthält eine Liste von Umwelteigenschaften, dessen An- und Abwesenheit bewertet werden muss, um ein Gebäude als regenerativ zu definieren. Praktisch wird jedes Merkmal der fünf Abschnitte auf einer 10-Punkte-Likert-Skala bewertet, was zu einer Teilbewertung für einen einzelnen Abschnitt führt. Die Gesamtendbewertung ergibt sich aus dem Durchschnitt der Teilbewertungen und wird dann in einen Prozentwert umgerechnet, der angibt, in welchem Mass ein Gebäude tatsächlich regenerativ ist.

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VOM BQI ZUR ERSCHAFFUNG EINER REGENERATIVEN UMWELT

Das BQI kann sowohl als Leitfaden für ein neu zu errichtendes Gebäude, wie im Falle von Biosphera 3.0, als auch als Checkliste für ein bestehendes Gebäude verwendet werden. Bei Letzterem gibt die Endpunktzahl – gegeben durch einen Prozentwert – auch den Verbesserungsbedarf für eine effektive Regeneration an. Die Bewertung objektiver Parameter, die sich auf das Vorhandensein/die Abwesenheit physikalisch-ästhetischer Merkmale der Umgebung bezieht, ermöglicht es, festzustellen, wie sehr das Gebäude mit dem biophilen Design übereinstimmt und vor allem, wie sehr das Design kognitiv nachhaltig ist, d.h. regenerative Vorteile bietet.

DAS BQI FÜR EIN HERE-NESS HAUS

Jeder Raum der Biosphera 3.0 wurde speziell studiert, um die Wahrnehmung der Regeneration zu fördern und ein perfektes Gleichgewicht zwischen Geist und Körper durch das Gefühl von here-ness, d.h. mit dem bewohnten Ort eins zu sein, zu erhalten. Dadurch ist Biosphera 3.0 eine regenerative Umgebung für seine Bewohner und ein hervorragendes Beispiel für wissenschaftlich fundiertes biophiles Design

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Die Wahrnehmung der Regeneration von Biosphera Equilibrium wurde dank der Beratung von Rita Berto und Giuseppe Barbiero entworfen und realisiert.

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